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Frau (hormonell): Pille
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Der Begriff "Die Pille" ist in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Wissenschaftlich nennt man die Pille "Orales Kontrazeptivum" (oral: durch den Mund verabreicht; Kontrazeptivum: Mittel zur Empfängnisverhütung).

Die meisten Pillen sind Kombinationspräparate, welche ein Östrogen und ein Gestagen enthalten. Es gibt aber auch die Minipille, die nur ein Gestagen enthält.

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Kombinationspräparate

Kombinationspräparate sind üblicherweise in Kalenderpackungen mit 21 Dragees erhältlich. Nach der täglichen Einnahme eines Dragees über 21 Tage folgt ein einnahmefreies Intervall, in welchem eine Blutung auftritt. Es besteht die Möglichkeit, statt des einnahmefreien Intervalls 7 Tage lang hormonfreie Dragees (sogenannte Plazebos) zu nehmen. So kann die regelmäßige Einnahme ("Tag für Tag ein Dragee") sichergestellt werden.

Die Pille konnte seit der Markteinführung im Jahre 1961 in ihrer Hormondosis stark reduziert werden (vor allem in der Östrogendosierung). Als Mikropillen werden besonders niedrig dosierte Präparate mit 35 µg oder weniger Östrogen bezeichnet.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Östrogen und Gestagen miteinander zu kombinieren. Bei Einphasenpräparaten werden Östrogen und Gestagen in der Einnahmezeit gleichbleibend dosiert. Daneben gibt es verschiedene Stufenvarianten, bei denen die Dosierungen sich während des Einnahmezyklus ändern.




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Die Wirkungsweise

Der wichtigste Wirkungsmechanismus der Pille ist die Unterdrückung des Eisprungs (Ovulation). Kombinationspräparate werden deshalb auch Ovulationshemmer genannt.

Diese Wirkung wird durch die Sexualhormone in der Pille hervorgerufen. Die Sexualhormone gelangen über den Blutkreislauf zu Hypothalamus und Hypophyse und signalisieren, daß keine weitere Hormonproduktion erforderlich ist.

Die Hypophyse reduziert daraufhin die Bildung von FSH, dem Follikel stimulierenden Hormon. So werden das Wachstum der Eibläschen und auch die körpereigene Östrogenproduktion weitgehend gehemmt. Durch die gleichmäßigen Östrogenspiegel bei Pilleneinnahme fehlt für die Hypophyse das Signal, zur Zyklusmitte hin große Mengen an LH auszuschütten - das Hormon, das im natürlichen Menstruationszyklus den Eisprung auslöst. Der Eisprung wird so verhindert. Ohne Eisprung steht keine befruchtungsfähige Eizelle zur Verfügung und eine Empfängnis ist nicht möglich.




Die Pille hat noch zwei weitere Effekte die einer Empfängnis entgegenwirken:

Sie hemmt die Entwicklung der Gebärmutterschleimhaut. Diese wächst weniger hoch und hat eine Beschaffenheit, die die Einnistung einer Eizelle nicht ermöglicht.

Weiterhin bewirkt das Gestagen in der Pille, daß der Schleimpfropf im Gebärmutterhals seine zähe Beschaffenheit behält und für Spermien schwerer durchdringlich ist. Der äußere Muttermund und der Gebärmutterkanal bleiben eng gestellt.




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Risiken und Nebenwirkungen

Die Pille ist ein hochwirksames Arzneimittel, das Nebenwirkungen haben kann. Zur Orientierung finden Sie nachfolgend allgemeine Informationen zu Nebenwirkungen und Risiken der Kombinationspille. Verbindlich sind jedoch immer die Produktinformationen Ihres konkreten Präparats.

Vor der Verschreibung der Pille nimmt der Arzt eine Nutzen-Risiko-Abwägung vor, d.h. dem Nutzen der Pille (zuverlässige Empfängnisverhütung, günstige Begleitwirkungen) werden mögliche Risiken gegenübergestellt. In die Überlegungen werden der Gesundheitszustand der Frau, ihre Krankengeschichte, ihre Lebensgewohnheiten und ihr Alter einbezogen.

Mögliche Nebenwirkungen müssen immer auch im Vergleich zu den oftmals großen Problemen einer unerwünschten Schwangerschaft oder den Risiken eines Schwangerschaftsabbruchs gesehen werden.

Es gibt Anwendungseinschränkungen für hormonale Mittel zur Empfängnisverhütung. Dies sind medizinische Gründe (Kontraindikationen), die die Einnahme der Pille verbieten oder gesundheitliche Zustände, die eine besondere ärztliche Überwachung erfordern.

Allgemein kann man sagen, daß die modernen Mikropillen im Allgemeinen gut verträglich sind. Zu Beginn der Einnahme kann es zu leichten Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder einem Spannungsgefühl in den Brüsten kommen. Meistens verlieren sich diese Symptome nach wenigen Einnahmezyklen. Unregelmäßige Blutungen (Schmier- bzw. Durchbruchsblutungen) treten gelegentlich auf. Sie kommen ebenfalls vor allem zu Beginn der Einnahme vor und verschwinden im allgemeinen nach einigen Monaten. Bei länger andauernden Blutungsunregelmässigkeiten oder dem Ausbleiben der Blutung im einnahmefreien Intervall sollten Sie den Arzt/Ärztin aufsuchen.

Ernsthafte Nebenwirkungen der Pille sind selten. Besonders oft werden Fragen zum Zusammenhang zwischen der Pilleneinnahme und dem Auftreten von Thrombose, Brustkrebs und Gebärmutterkrebs gestellt.

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Thrombose

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel, das Blutgefäße verstopfen kann.

Thrombosen können in den Beinvenen (tiefe Beinvenenthrombose) entstehen. Teile des Blutgerinnsels können sich ablösen und über die Blutbahn in die Lunge gelangen, wo sie durch Verschluß von Lungenblutgefäßen eine Lungenembolie auslösen können. Tiefe Beinvenenthrombosen sind Ereignisse, die auch dann auftreten können, wenn Sie nicht hormonal verhüten, so z.B. auch in der Schwangerschaft. Das Risiko der Entstehung einer tiefen Beinvenenthrombose ist bei Einnahme der Pille etwas höher, als bei Nichtanwendung, aber geringer als in der Schwangerschaft und im Wochenbett.

Das Risiko für venöse Thromboembolien ist während des ersten Anwendungsjahres einer kombinierten Pille am höchsten. Dieses erhöhte Risiko besteht ab der erstmaligen Einnahme einer kombinierten Pille oder bei der erneuten Einnahme der gleichen oder einer anderen kombinierten Pille (nach einem mindestens 4-wächigen oder länger dauernden pillenfreien Zeitraum). Daten einer grossen Studie weisen darauf hin, dass dieses erhöhte Risiko vorwiegend während den ersten 3 Monaten besteht.

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Brustkrebs durch die Pille?

Zur Frage des Zusammenhanges zwischen der Einnahme der Pille und dem Entstehen von Brustkrebs liegt eine Vielzahl von Studien vor. Die Ergebnisse der Studien sind unterschiedlich.

Es gibt Studien, die keinen Zusammenhang zwischen Pilleneinnahme und Brustkrebs zeigen. In anderen Studien wurde bei Frauen, die die Pille nehmen, Brustkrebs geringfügig öfter festgestellt, als bei Frauen gleichen Alters, die die Pille nicht nehmen. 10 Jahre nach Absetzen der Pille besteht allerdings kein Unterschied mehr. Es ist nicht bekannt, ob die Pille den Unterschied verursacht.

Frauen, die die Pille einnehmen, gehen im allgemeinen öfter zum Arzt/Ärztin, als Nichtnehmerinnen. Daher ist die Chance, einen Brustkrebs zu entdecken, bei Pillennehmerinnen größer. Da Brustkrebs bei Pillennehmerinnen meist früher entdeckt wird, ist er tendenziell weniger weit fortgeschritten und hat seltener Metastasen (Tochtergeschwülste) als bei Frauen, die die Pille nicht nehmen. Dies wiederum erhöht die Heilungschancen ganz deutlich.

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Gebärmutterkrebs durch die Pille?

Bei Langzeiteinnahme der Pille wird etwas häufiger Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. Der grösste Risikofaktor für diese Art Krebs ist die persistierende Humanpapillomaviren-Infektion (HPV). Diese wiederum wird durch das Sexualverhalten (z.B. häufiger Partnerwechsel) beeinflusst, da damit ein erhöhtes Infektionsrisiko verbunden ist.

In seltenen Fällen sind unter Anwendung hormonaler Wirkstoffe gutartige, noch seltener bösartige Veränderungen an der Leber beobachtet worden, die zu inneren Blutungen führen und das Absetzen des Präparates erforderlich machen können. Deshalb ist Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin zu informieren, wenn ungewohnte Oberbauchbeschwerden auftreten, die nicht von selbst in kurzer Zeit vorübergehen.

Krebs der Gebärmutterschleimhaut sowie des Eierstockes tritt bei Pillennehmerinnen deutlich seltener auf, als bei Frauen, die die Pille nicht nehmen.

Für alle Frauen gilt: Schon die Vorstadien vieler Krebserkrankungen sind erkennbar und können gut behandelt werden. Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen sind daher wichtig.

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Selteneres Auftreten von Krebs des Eierstocks und der Gebärmutterschleimhaut bei Pilleneinnahme

Der Krebs des Eierstocks wird heute vor allem in engem Zusammenhang mit der Ovulation gesehen, da die Oberfläche des Eierstocks verletzt wird, wenn die reife Eizelle den Eierstock verläßt. Die Ovulationshemmung durch die Pille wird daher als eine Schutzwirkung betrachtet.

Auch Krebs der Gebärmutterschleimhaut tritt unter der Wirkung der Pille seltener auf. Diese Schutzwirkung beruht wahrscheinlich darauf, dass das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut bei Pilleneinnahme reduziert wird.

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Selteneres Auftreten gutartiger Brusttumore bei Pilleneinnahme

Unter der Einnahme der Pille wurde ein Rückgang des Auftretens gutartiger Brusttumore beobachtet. Schon die Östrogen-Gestagen-Schwankungen im Menstruationszyklus stellen eine Belastung des Drüsengewebes dar. Durch die Konstanz der Sexualhormonspiegel bei der Einnahme der Pille unterbleibt die zyklische Veränderung des Brustdrüsengewebes.

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Die Minipille

Die Minipille ist ein reines Gestagenpräparat. Die Begriffe Minipille und Mikropille werden oft verwechselt. Die Mikropille ist ein niedrig dosiertes Kombinationspräparat, welches Östrogen und Gestagen enthält.

Bei der Minipille wird das Gestagen in niedriger Dosis täglich eingenommen. Die 7tägige Einnahmepause entfällt.

Die Wirkungsweise der Minipille ist anders als die der Kombinationspille. Bei der Minipille wird die Follikelreifung nicht vollständig unterdrückt und es kann auch zur Ovulation kommen. Der empfängnisverhütende Effekt beruht daher vor allem auf den lokalen Gestagenwirkungen: die Gebärmutterschleimhaut wächst weniger und hat nicht die Beschaffenheit, die die Einnistung einer Eizelle ermöglicht. Der Schleimpfropf im Gebärmutterhals bleibt zähflüssig und wirkt als Barriere gegen die Spermien.

Die Sicherheit der Minipille ist im Vergleich zur Kombinationspille geringer. Dies hängt vor allem damit zusammen, daß die Minipille bei Einnahmefehlern sehr schnell ihre Wirkung verliert. Die übliche Einnahmezeit darf um nicht mehr als 3 Stunden überschritten werden.

Die Minipille ist eine Alternative für Frauen, die eine Östrogen-Gestagen-Kombination nicht vertragen, aber auf die Vorzüge der hormonalen Kontrazeption in Tablettenform nicht verzichten wollen.

Die Minipille ist auch für Frauen in der Stillzeit geeignet. Östrogene hemmen die Milchproduktion, so daß eine Kombinationspille in dieser Zeit nicht empfohlen wird.

Blutungsunregelmäßigkeiten sind bei der Minipille etwas häufiger als bei den Kombinationspräparaten.

Es gibt eine neue Generation von Minipillen, die ovulationshemmend wirkt, ein Einnahmefenster von 12 Stunden aufweist und daher zuverlässiger ist.

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Textinhalte wurden von der Bayer (Schweiz) AG zur Verfügung gestellt