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Frau (nicht-hormonell): Natürliche Methoden
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Die beim Eisprung (Ovulation) freigesetzte reife Eizelle ist höchstens 12 Stunden befruchtungsfähig. Danach stirbt sie ab. Die Befruchtungsfähigkeit der Spermien wird mit ca. 48 - 72 Stunden angegeben. Das Wissen um diese zeitlich begrenzte Fruchtbarkeit kann man sich zunutze machen.

Die Grundidee aller sogenannten natürlichen Methoden besteht darin, die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Menstruationszyklus der Frau zu bestimmen. An den fruchtbaren Tagen darf kein Geschlechtsverkehr erfolgen. Deshalb nennt man diese Art der Empfängnisverhütung auch "Periodische Enthaltsamkeit". Mit derselben Methode kann aber auch der Eintritt einer gewünschten Schwangerschaft unterstützt werden.

Es wurden einige Methoden der Selbstbeobachtung entwickelt, um die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage zu identifizieren:

Alle natürlichen Methoden der Empfängnisverhütung haben den Nachteil, daß sie der Spontaneität des Liebeslebens keinen Raum lassen und der Geschlechtsverkehr nach Zeitplan erfolgen muß.

Für Frauen mit einem instabilen Zyklus (Frauen kurz nach der Menarche oder vor der Menopause) sind diese Methoden nicht geeignet. Auch Frauen mit starken beruflichen Belastungen (z.B. Schichtdienst) sollten andere Methoden der Empfängnisverhütung wählen. Alle natürlichen Methoden verlangen ein hohes Maß an Disziplin und einen relativ großen Zeitaufwand. Mit Verhütungscomputern wird versucht, die natürlichen Methoden etwas anwendungsfreundlicher zu machen.

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Die Temperaturmethode

Durch die tägliche Messung der Basaltemperatur wird versucht, den Termin des Eisprungs zu bestimmen. Als Basaltemperatur bezeichnet man die Körpertemperatur, die morgens unmittelbar vor dem Aufstehen rektal (im After) gemessen wird.

In der ersten Hälfte des Zyklus (der Phase der Eibläschenreifung) liegt die Körpertemperatur meist unter 37° C. Ungefähr 2 Tage nach dem Eisprung steigt die Temperatur deutlich über 37° C und bleibt im zweiten Teil des Zyklus (der Gelbkörper-Phase) erhöht. Erst mit dem Eintritt der Regelblutung geht die Körpertemperatur wieder auf den Ausgangswert unter 37° C zurück.

Die Ursache des Temperaturanstieges ist die Tätigkeit des Gelbkörpers, der nach dem Eisprung das Progesteron (Gelbkörperhormon) produziert. Progesteron hat eine direkte Wirkung auf das Temperaturzentrum im Gehirn.

Bei sorgfältiger Führung einer Basaltemperaturkurve kann die Frau ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage identifizieren. Die WHO gibt folgende Interpretationshilfe: "Ein echter Temperaturanstieg zeichnet sich dadurch aus, daß er innerhalb von 24- 48 Stunden eintritt und die Werte an drei aufeinanderfolgenden Tagen um mindestens 0,2 ° C höher liegen als in den vorangegangenen sechs Tagen. Der erste Tag der erhöhten Temperatur gilt als Temperaturanstieg. Zum Zeitpunkt des Temperaturanstiegs ist die Befruchtung unwahrscheinlich. Der Eisprung liegt zu diesem Zeitpunkt 2 Tage zurück und die Eizelle ist bereits abgestorben."

Mit Hilfe der Basaltemperaturkurve kann man auch eine Schwangerschaft feststellen oder Zyklusstörungen identifizieren.

Die Temperaturmethode hat höchstens eine mittlere Zuverlässigkeit. Bereits eine leichte Erkältung kann die Meßergebnisse verfälschen. Auch Frauen mit Schicht- und Nachtdienst sollten diese Methode nicht anwenden. Hinzukommt, daß es auch Frauen gibt, die keine ausgeprägte progesteronbedingte Temperaturänderung zeigen.






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Die Billingsmethode

Benannt nach dem Arzt-Ehepaar Billings beruht diese Methode auf dem Phänomen, daß sich der Schleimpfropf im Gebärmutterhals (Zervixschleim) während des Menstruationszyklus ändert. Drei bis vier Tage vor dem Eisprung verflüssigt sich der Schleim, damit die männlichen Samenfäden in die Gebärmutter eindringen können. Zu diesem Zeitpunkt läßt sich der klare Schleim zu einem langen Faden ausziehen - er wird "spinnbar". An diesen Tagen ist die Frau fruchtbar.

Die Billingsmethode allein ist sehr unzuverlässig.




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Verhütungscomputer

Es gibt Kleinstcomputer, die die Bestimmung der fruchtbaren Tage im Zyklus etwas zuverlässiger und bequemer machen sollen.

Die Geräte arbeiten alle nach ähnlichen Kriterien: Sie speichern die Daten des individuellen Menstruationszyklus elektronisch (reine Kalenderdaten oder auch die Basaltemperatur).

Bei einigen Computern wird zusätzlich mit Hilfe von Urin-Teststreifen eine Hormonbestimmung vorgenommen. Um den errechneten Zeitpunkt der Ovulation herum werden die Werte des Hormons LH (in einigen Fällen auch Östrogen) gemessen, die an den fruchtbaren Tagen in hoher Konzentration ausgeschieden werden.

Ebenso wie alle Formen der natürlichen Verhütung sind die Computer nicht geeignet für Frauen mit instabilem Zyklus (Frauen kurz nach der Menarche oder vor der Menopause). Es gibt weitere Umstände, die die fruchtbaren Tage unvorhersehbar verschieben können, wie Schichtdienst, Streß, Reisen oder außergewöhnliche körperliche Anstrengung.

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Textinhalte wurden von der Bayer (Schweiz) AG zur Verfügung gestellt