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Frau (nicht-hormonell): Vaginale Barrieren
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Es gibt Methoden, mit denen in der Vagina eine Barriere (mechanisch oder chemisch) errichtet wird, um das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter zu verhindern:

- Diaphragma und Portiokappe
- Chemische Schutzmittel
- Das Kondom für die Frau

Ein Vorteil der Barrieremethoden ist, daß sie nur bei Bedarf angewendet werden müssen (z.B. bei nur seltenem sexuellen Kontakt oder wenn die Einnahme der Pille vergessen wurde).

Alle Barrieremethoden erfordern mehr oder weniger kurz vor dem Geschlechtsverkehr eine Manipulation am eigenen Körper, was viele Frauen als Nachteil empfinden. Barrieremethoden können weitere Nachteile oder auch Nebenwirkungen haben, die im einzelnen erläutert werden.

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Diaphragma und Portiokappe

Das Scheidendiaphragma (Scheidenpessar) ist eine flach gewölbte Gummi-oder Kunststoffmembran, die mit einem äußeren flexiblen Federring versehen ist. Sie wird in das hintere obere Scheidengewölbe eingeführt, damit der Gebärmutterhals (insbesondere der äußere Muttermund) abgedeckt ist.

Die Portiokappe (Portio = Muttermund) ist geformt wie ein Fingerhut und besteht aus festerem Plastik oder Hartgummi. Sie wird eng über den Gebärmutterhals gestülpt und sitzt etwas fester als das Diaphragma.

Beide Methoden besitzen nur eine mittlere Zuverlässigkeit. Sie sollten daher immer zusammen mit chemischen Schutzmitteln angewendet werden.

Die richtige Handhabung der Methoden erfordert etwas Übung. Diaphragma und Portiokappe dürfen erst ca. 6-8 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr wieder entfernt werden. Es wird allgemein empfohlen, das Diaphragma nicht länger als 24 Stunden, die Portiokappe nicht länger als 48 Stunden in der Scheide zu belassen.

Diaphragmen und Portiokappen gibt es in verschiedenen Größen. Sie sollten daher individuell vom Frauenarzt angepaßt werden. Es gibt auch Umstände, unter denen Diaphragma und Portiokappe neu angepaßt werden müssen (z.B. nach einer Schwangerschaft, bei größeren Gewichtsänderungen, nach Unterleibsoperationen).

Bei Diaphragmen oder Portiokappen aus Latex dürfen nur wasserlösliche und fettfreie Gleitmittel benutzt werden, da fetthaltige Substanzen (wie Massage-Öle, Cremes oder Vaseline) die Latexhaut angreifen und durchlässig machen.

Treten Unterbauchschmerzen, Probleme beim Wasserlassen und Blasenentzündungen auf, muß sofort der Arzt aufgesucht werden.






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Chemische Schutzmittel

Die heute zur Anwendung kommenden chemischen Verhütungsmittel gibt es z.B. in Form von Schaum-Ovula, Zäpfchen, Cremes oder in Tablettenform. Diese Mittel enthalten Substanzen (Spermizide), die die Samenfäden in kurzer Zeit inaktivieren. Daneben bilden einige Mittel einen zähen Schaum oder Schleim, der den Muttermund verschließt. Chemische Schutzmittel werden oft falsch angewendet. Die Schutzmittel müssen tief in die Scheide der auf dem Rücken liegenden Frau eingeführt werden, da sonst die Möglichkeit besteht, daß die Substanzen schnell nach unten abfließen.

Chemische Schutzmittel allein haben nur eine mittlere Zuverlässigkeit.

Die Zuverlässigkeit kann erhöht werden, wenn sie gemeinsam mit einem Diaphragma oder der Portiokappe benutzt werden.

Das mit Spermiziden getränkte Schwämmchen gilt als die sicherste Form der chemischen Schutzmittel. Es wird vor dem Muttermund plaziert, wirkt als zusätzliche Barriere und saugt die Spermien auf (Absorptionseffekt). Das Schwämmchen darf erst 6-8 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr entfernt werden.

Bei der Anwendung von chemischen Schutzmitteln kann es zu unangenehmen Reizerscheinungen an den Genitalien kommen (Brennen, Jucken).

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Das Kondom für die Frau

In einigen Ländern (auch in der Schweiz) ist ein Kondom für die Frau erhältlich, es besteht aus feinem Plastikmaterial (Polyurethan; nicht zu verwechseln mit dem Gummi oder Latex-Kondom für den Mann). Es hat an beiden Enden flexible Ringe, die es am Muttermund (geschlossene Seite des Kondoms) und am Scheideneingang (offene Seite) in Position halten.

Über die Zuverlässigkeit des Kondoms für die Frau liegen keine genauen Angaben vor. Es besteht aber Einigkeit darüber, daß es nicht so zuverlässig ist wie das Kondom für den Mann.

Der Vorteil besteht darin, daß es, ebenso wie das männliche Kondom, einen gewissen Schutz vor Geschlechtskrankheiten bietet und eine kurzfristige Anwendung bei Bedarf erlaubt. Es kann eine Alternative für Paare sein, bei denen ein Partner überempfindlich gegen Latex ist.

Als Nachteil ist zu bewerten, daß das Kondom ein "raschelndes" Geräusch während des Geschlechtsverkehrs erzeugt. Als unattraktiv empfinden viele Paare, daß ein Teil des Kondoms aus der Scheide ragt. Bis zur richtigen Anwendung des Kondoms wird einige praktische Erfahrung benötigt.




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Textinhalte wurden von der Bayer (Schweiz) AG zur Verfügung gestellt